Nutzen von PROMs für die klinische Praxis
Ermittlung und Kommunikation des Therapie- und Unterstützungsbedarfs
- Schwierigkeiten haben, Symptome wahrzunehmen oder zu beschreiben
- körperliche Kommunikationsbarrieren haben (z.B. Sprechprobleme bei Kopf-Hals-Tumoren)
- annehmen, dass nicht erfragte Themen unwichtig sind
- vermeiden möchten, „klagend“ zu wirken oder zusätzlichen Aufwand zu verursachen
- es aufgrund von Zeitdruck oder Informationsüberflutung vergessen
- nicht wissen, dass Symptome klinisch relevant sind
- das antworten, was sie für erwartet halten
- Symptome als Verschlechterung der Erkrankung deuten
- sensible Themen vermeiden (z.B. Sexualität)
- Symptome als weniger schwerwiegend einstufen als Patient:innen
- sich auf häufige, schwere, beobachtbare oder leicht behandelbare Symptome konzentrieren (z.B. Übelkeit/Erbrechen)
- medizinische Probleme gegenüber anderen Anliegen priorisieren (z.B. soziale/finanzielle Probleme)
- weniger sensibel als Patient:innen auf Veränderungen des Schweregrads reagieren
- sensible Themen vermeiden (z.B. Sexualität)
- keine Zeit für eine detaillierte Symptomexploration haben
PROMs können zu einer verbesserten Problemerkennung beitragen, indem krebs- oder therapiebedingte Belastungen häufiger und in einem früheren Stadium erkannt werden, insbesondere wenn die Symptome nicht leicht zu beobachten sind (z.B. Fatigue, emotionale Belastung) oder die Themen sensibel sind (z.B. Sexualität).
Sie können zudem die Kommunikation zwischen Gesundheitsfachpersonen und Patient:innen verbessern, indem sie
- das Bewusstsein und die (Selbst-)Wahrnehmung von Patient:innen steigern
- Patient:innen dabei unterstützen, ihre Anliegen zu formulieren
- Gesundheitsfachpersonen für individuelle Bedürfnisse sensibilisieren.
Studien1,2 zeigen, dass PROMs zu häufigeren Gesprächen über für Patient:innen bedeutsame Themen führt, einschließlich Bereichen der Lebensqualität außerhalb von Symptomen (z.B. berufliche, soziale oder finanzielle Schwierigkeiten).
Adam, Burton, Bond, Bruin, & Murchie, 2016; Atkinson et al., 2015; Gilbert et al., 2015; Jacobsen, Moldrup, Christrup, & Sjogren, 2009; Xiao, Polomano, & Bruner, 2013
1 Graupner et al. 2021; 2 Kotronoulas et al. 2014