Methoden der PRO-Erfassung für die klinische Anwendung
Elektronische Erfassung von PROs (3): PROM-Software
Es gibt viele Anbieter von PROM-Software. Da sie in das bestehende IT-System integriert werden muss, erfordert die Auswahl einer geeigneten Software die Unterstützung der zuständigen IT-Fachpersonen (z. B. der IT-Abteilung eines Krankenhauses).
Bei der Auswahl einer PROM-Software sollten die spezifischen Bedürfnisse im Anwendungssetting berücksichtigt werden.
Die folgenden Aspekte sollten berücksichtigt werden:
- Interoperabilität mit dem klinischen Dokumentationssystem, z. B. zur Unterstützung der Datenübertragung in elektronische Patientenakten
- Administrierbarkeit und Konfigurierbarkeit im Backend
- Datenspeicherung und -sicherheit
Zugangsmodalitäten
- Nutzergruppen (Patient:innen, medizinisches Fachpersonal, Verwaltungspersonal, Qualitätsmanagement)
- Zugangspunkte (z. B. aus der Klinik, von Zuhause)
- beteiligte Technologien (z. B. unterstützte Geräte wie PC, Tablet, Smartphone, browserbasiert vs. App, Konnektivität)
- Ablauf (z. B. Prozess des Log-ins, der Identifizierung, der Authentifizierung)
Verfügbarkeit/Anpassbarkeit von PROMs
- bereits enthaltene PROMs
- Möglichkeiten, neue PROMs hinzuzufügen (z. B. statische oder individuell zusammengestellte PROMs)
- Sprache(n) (z. B. der PROMs, der Oberfläche)
- Konfigurierbarkeit von Erfassungszeitpunkten und -häufigkeit
Sammeln von PRO-Daten
- PROM-Zuweisung zu einzelnen Patient:innen manuell (z. B. durch das medizinische Fachpersonal) oder automatisiert (z. B. nach ICD-10-Diagnose, Erfassungszeitpunkt)
- Modus der Dateneingabe (z. B. Touchscreen, Mausklick), Oberfläche einfach und intuitiv
- Anzeige der Fragen (z. B. eine pro Seite, Möglichkeit zum Überspringen, Anzeige des Fortschritts, Schriftgröße anpassbar)
- automatisierte Erinnerung an Folgeerfassungen (z. B. per Mail)
Anzeige und Kontrolle von PRO-Daten
- einfache und intuitive Oberfläche
- grafische Anzeige von PRO-Daten (z. B. einzelne Erfassung, Verlauf)
- Hilfen zur Interpretation (z. B. Farbcodierung, Schwellenwerte)
- optionale Warnungen bei klinisch relevanten Ergebnissen (z. B. schwere Belastung)
- Vollständigkeits- und Plausibilitätsprüfung, Möglichkeit zur Korrektur von Daten (z. B. Fehler beim Ausfüllen)
- Ausgabe und Exportierbarkeit der Daten (z. B. für den Druck, in ein Statistikprogramm)
Kosten
- Lizenz (z. B. für eine/mehrere Kliniken)
- Installation und IT-Integration
- technischer Support
Support
- allgemeines Konzept (z. B. Kontaktwege und -person(en), Verfügbarkeit, enthaltene Leistungen)
- Systemupdates und -anpassungen (z. B. Häufigkeit, welche Anpassungen enthalten?)
Qualifikation des Softwareanbieters
- Erfahrung mit PROM-Implementierung (z. B. Anzahl nationaler/internationaler PROM-Implementierungen, Publikationen)
Titel
Jahr
Interessante Fakten
Electronic patient-reported outcomes (e-PROMs) in palliative cancer care: a scoping review
2022
- Fokus auf Palliativsettings
- Tabelle mit Übersicht über Softwareeigenschaften: Link
Cancer survivorship monitoring systems for the collection of patient-reported outcomes: a systematic narrative review of international approaches
2017
- Fokus auf Software für den Einsatz außerhalb klinischer Settings
- Tabelle mit Übersicht über Software: Link
Review of Electronic Patient-Reported Outcomes Systems Used in Cancer Clinical Care
2014
- ohne Fokus auf spezifische Krebssettings
- Tabelle mit Übersicht über Software: Link