PRO-basierte Einleitung klinischer Interventionen
PRO-Daten effektiv nutzen: zentrale Grundsätze
Überlegen Sie im Voraus, welche über PROs erfassten Probleme oder Symptome ein Handeln erfordern und im jeweiligen Setting sinnvoll mit Interventionen adressiert werden können. Nicht alle Probleme rechtfertigen eine sofortige Intervention (z. B. die Bereitstellung sozialer Unterstützung während der Nachsorge).
Legen Sie fest, welche Interventionen…
- verfügbar sind und mit oder ohne Anpassung eingesetzt werden können
- nicht verfügbar, aber erforderlich sind (z. B. auf Basis wissenschaftlicher Evidenz)
- (realistisch) eingeleitet werden können.
Es sollte klar sein, wer…
- PRO-Daten erhält und prüft
- PRO-Daten und mögliche Interventionen mit den Patient:innen bespricht
- die klinischen Interventionen einleitet und durchführt
- die Ergebnisse der klinischen Interventionen evaluiert.
Besprechen Sie die PRO-Daten mit den Patient:innen, um ein gemeinsames Verständnis sicherzustellen und Erfassungs- oder Interpretationsfehler auszuschließen.
Nutzen Sie die partizipative Entscheidungsfindung (shared decision-making), um Interventionen auf die Situation, die Präferenzen und die Auswirkungen auf den Alltag der Patient:innen abzustimmen.
Nutzen Sie bei Bedarf zusätzliche PROMs, Diagnostik oder professionelle Beurteilungen.
Besprechen Sie PRO-Daten auch ohne sofortige Intervention mit den Patient:innen, um ihren Beitrag anzuerkennen, das Selbstmanagement zu unterstützen und die Motivation zum Ausfüllen der PROMs aufrechtzuerhalten.
Aspekte der Umsetzung im Rahmen der Implementierung von PRO-Erfassungen werden in Kapitel 6 behandelt.