PRO-basierte Einleitung klinischer Interventionen
Fallbeispiel 1: PRO-basierte Einleitung klinischer Interventionen bei Emily
Beispiel 1: Emily Summer
Emily, die in Kapitel 7 vorgestellt wurde, hat lokal fortgeschrittenen Brustkrebs und erhält eine Strahlen- und Hormontherapie. Drei Wochen nach Behandlungsbeginn kommt sie zu einem Kliniktermin, nachdem sie das PROM vorab ausgefüllt hat.Emily füllt wöchentlich vor dem Konsultationstermin PROMs aus (einschließlich des EORTC QLQ-C30).
Ihre Onkologin und das Pflegeteam sichten die wöchentlichen PRO-Daten, verfolgen Trends und erkennen die aktuellen Veränderungen: zunehmende Fatigue und Gelenkschmerzen sowie ein vermindertes körperliches und emotionales Funktionsniveau nach 3 Wochen Strahlentherapie und 6 Wochen Hormontherapie (rote Balken).
Weitere Informationen zur Interpretation von PRO-Daten finden Sie in Kapitel 7.
Während des Termins bespricht das Team Emilys Antworten mit ihr, um ein gemeinsames und tieferes Verständnis zu entwickeln, priorisiert die wichtigsten Themen anhand ihrer Auswirkungen auf ihren Alltag und vereinbart Interventionen, die ihren Präferenzen entsprechen.
Sie vereinbaren die folgenden Interventionen:
- Medikamentenanpassung: Anpassung der Dosis der Schmerzmedikation (Gelenkschmerzen).
- Supportive Versorgung: Überweisung zur Physiotherapie (Fatigue/körperliches Funktionsniveau).
- Unterstützung der psychischen Gesundheit: Überweisung zur Psychoonkologie (emotionale Unterstützung/Coping).
Emily füllt weiterhin wöchentlich PRO-Erhebungen aus, wodurch ihr Behandlungsteam die Wirksamkeit der Interventionen überwachen kann. Bei den Folgeterminen begutachtet das Team sowohl die PRO-Daten als auch Emilys Rückmeldungen. Nach vier Wochen berichtet sie über weniger Fatigue und Gelenkschmerzen sowie ein besseres emotionales Wohlbefinden. Daraufhin setzt das Team die aktuellen Interventionen mit kleineren Anpassungen nach Bedarf fort.

