Patient-Reported Outcome-basiertes Selbstmanagement von Patient:innen
Beispiel für PRO-basierte Selbstmanagement-Unterstützung
Beispiel: Emily Summer
Um die möglichen Vorteile der Nutzung von PROMs zur Unterstützung des Selbstmanagements zu veranschaulichen, betrachten wir noch einmal Emily Summer, die Patientin, die Sie möglicherweise bereits aus Kapitel 7 kennen.
Emily ist 66 Jahre alt, hat fortgeschrittenen Brustkrebs und hat die Behandlung abgeschlossen. Sie geht nun in die Nachsorge über und füllt weiterhin regelmäßig die EORTC QOL PROMs zu Hause aus.
Nutzung von PROMs für das Selbstmanagement:
Emily kann ihre Symptome eigenständig verfolgen. Wenn ein Symptom wie Fatigue einen Schwellenwert für klinische Bedeutsamkeit überschreitet, stellt das Portal automatisch Materialien zum Selbstmanagement bereit. Sie kann bei Bedarf das Team kontaktieren (z. B. für Anpassungen der Medikation oder des Lebensstils).
Emily erhält verlässliche Informationen über das Überleben nach Brustkrebs und über Selbstmanagement durch Schulungsmaterialien ihres Behandlungsteams sowie durch seriöse Online-Ressourcen im Patient:innenportal. Wenn sie beispielsweise in der PRO-Erfassung schwere Fatigue berichtet, erhält sie maßgeschneiderte Ratschläge zum Umgang mit Fatigue, die sie in ihren Alltag integrieren kann.
Auf Basis von Emilys PRO-Daten zu ihrem psychosozialen Status erhält sie gezielte Unterstützung und Ressourcen wie Kontaktinformationen zu Beratungsangeboten, Selbsthilfegruppen oder Anleitungen zu Techniken der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (entweder von ihrem Behandlungsteam oder automatisch im Online-Portal). Anhand der erhaltenen Informationen entdeckt sie eine Selbsthilfegruppe in ihrer Nähe und schätzt den Austausch mit anderen von Brustkrebs Betroffenen.
Auf Basis der aus Emilys PROMs gewonnenen Informationen kann ihr Behandlungsteam zusätzlichen Bedarf an supportiver Versorgung erkennen, der durch verfügbare Angebote gedeckt werden kann, etwa Ernährungsberatung oder Angebote zum Schmerzmanagement. Emily wird ermutigt, diese Angebote bei Bedarf zu nutzen, um ihre Lebensqualität zu optimieren.
Emilys Onkolog:in nutzt PRO-Daten, um Termine und Entscheidungen zu leiten, geht aktiv auf ihre Anliegen und Präferenzen ein und fördert so das therapeutische Bündnis. Die gemeinsame Interpretation hilft Emily, die Bedeutung der Symptome zu verstehen, und unterstützt eine aktive Rolle in ihrer Versorgung.