Patient-Reported Outcome-basiertes Selbstmanagement von Patient:innen
Wie interagieren Sie mit Ihren Patient:innen, um Selbstmanagement zu fördern?
Die Förderung des Selbstmanagements von Patient:innen wird durch gegenseitiges Vertrauen und aktive Partnerschaft begünstigt. Einige Anregungen finden Sie in der folgenden Tabelle:
| Statt… | Versuchen Sie… | PROMs erleichtern dies, indem... |
|---|---|---|
| das Wohlbefinden/die Symptombelastung ohne die Perspektive der Patient:innen anzunehmen | Patient:innen als Expert:innen für ihr eigenes Leben zu behandeln, die gefragt werden und denen zugehört wird | sie individuelle Wahrnehmungen erfassen und hervorheben, was am wichtigsten ist |
| Ziele aus Ihrer fachlichen Perspektive zu setzen, ohne die Bedürfnisse und Präferenzen der Patient:innen zu klären, und anzunehmen, dass die Patient:innen dieselben Werte und Prioritäten teilen | gemeinsam Ziele zu setzen und Strategien zu entwickeln, die zum Kontext, zu den Überzeugungen und zu den Ressourcen der Patient:innen passen, auf Basis der Angaben und Daten der Patient:innen | sie Outcomes quantifizieren, die für Patient:innen wichtig sind, und damit eine Grundlage für Diskussion, partizipative Entscheidungsfindung (shared decision-making) und Folgeevaluation bieten |
| generisches Feedback zu geben (z. B. Ratschläge zu Übelkeit, wenn Übelkeit kein Problem ist) | personalisiertes Feedback zu geben, das auf die aktuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist | sie aufzeigen, welche Probleme derzeit relevant sind (z. B. Probleme mit moderater oder schwerer berichteter Belastung), und eine fokussierte Diskussion über diese und den daraus resultierenden Unterstützungsbedarf ermöglichen |
Weitere Einzelheiten zur Interaktion zwischen Patient:innen und Gesundheitsfachpersonen finden Sie auch in Kapitel 8.
„Das Wichtigste ist der Zugang zu verlässlichen Informationen. Im Internet kursieren so viele Fehlinformationen. [...] Webbasierte Informationen sollten mit einer verzweigten oder hierarchischen Struktur gestaltet sein, sodass man zu den spezifischen Fragen vordringen kann, bei denen man Hilfe möchte, und nicht alle möglichen Probleme durchlesen muss. Patient:innen müssen wissen, wann sie sich an das medizinische Fachpersonal wenden sollten, mit klaren Hinweisen dazu, wann es nötig ist, von der Selbsthilfe weiterzugehen.“
Glasgow et al. 2003; Lin et al. 2022; Detmar et al. 2002