Implementierung der PRO-Erfassung in die klinische Praxis
3. Setting-spezifische Bedingungen prüfen
Nachdem Ziele und Umfang festgelegt sind, analysieren Sie das lokale Setting im Detail, um Kontextfaktoren zu identifizieren, die die PROM-Nutzung potenziell unterstützen oder behindern.
- Patient:innenbezogene Faktoren: z. B. gruppenspezifische Bedürfnisse, Fähigkeit/Belastung beim Ausfüllen von PROMs
- Faktoren bei medizinischen Fachkräften: z. B. Wissen, Einstellungen, Bereitschaft zur Nutzung von PROMs/PRO-Daten, Vertrautheit mit verschiedenen Erfassungsformen
- Aktuelle Praxis: z. B. Dokumentationslücken, bestehende Arbeitsabläufe, in die sich die Erhebung, Ansicht und Besprechung von PRO-Daten einbetten ließe
- Räumliche Aspekte: z. B. Orte, an denen PRO-Daten erhoben und/oder eingesehen/besprochen werden können
- Ressourcen: verfügbare vs. zusätzliche Investitionen (z. B. Personalzeit, Finanzierung, Ausstattung), um die PRO-Erfassung zu ermöglichen/zu unterstützen
- Organisatorischer Kontext: Richtlinien, Leitlinien, rechtliche Anforderungen (z. B. Privatsphäre, Datenschutz)
Die Tiefe dieser Analyse hängt von den verfügbaren Ressourcen ab. Führen Sie mindestens persönliche Gespräche oder Gruppendiskussionen mit Interessenvertreter:innen durch, die das Setting gut kennen (z. B. medizinische Fachkräfte).
- (protokollierte) teilnehmende Beobachtung zur Analyse klinischer Arbeitsabläufe
- Analyse der klinischen Dokumentation zur Identifikation von Erfassungs- und Dokumentationslücken
- anonyme Befragung (z. B. des Personals), z. B. zur Minimierung sozial erwünschten Antwortverhaltens
- strukturierte Interviews/Gespräche (z. B. mit Entscheidungstragenden, medizinischen Fachkräften → persönlich oder in Gruppen), z. B. zur Ermöglichung einer vertieften Bewertung und Konsensbildung
Antunes, Harding, Higginson, & EUROIMPACT, 2014; E. Basch et al., 2012; Ethan Basch, Rogak, & Dueck, 2016; Nordhausen et al., 2022; Skivington et al., 2021; Snyder et al., 2012; Wintner et al., 2016; ISOQOL, 2015