Implementierung der PRO-Erfassung in die klinische Praxis
8. Evaluieren, um zu optimieren und zu verstetigen
Die Evaluation der Implementierung dient:
- der Optimierung des PRO-Arbeitsablaufs, indem geprüft wird, ob die Implementierungsziele erreicht werden und Anpassungen erforderlich sind.
- der Unterstützung der Nachhaltigkeit durch fortlaufende Qualitätssicherung und -verbesserung.
Die Evaluation kann als 4- bis 5-stufiger Zyklus strukturiert werden.
- Klare Ziele setzen (z. B. Machbarkeit, Akzeptanz, klinische Auswirkung/Nutzen, Ressourcenbedarf).
- Ziele spezifisch und messbar formulieren.
anhand folgender Überlegungen:
Die Outcomes auf das jeweilige Ziel abstimmen
Beispiele:
- Abschlussraten / Integrationsgrad für die Machbarkeit
- Einstellungen für die Akzeptanz
- eingeleitete Maßnahmen für den klinischen Nutzen
- Zeit / Kosten für die Ressourcen
Evaluationsmethoden wählen, die eine angemessene Balance zwischen Reliabilität, Aussagekraft und Ressourcenbedarf bieten
Beispiele:
- Befragungen
- Interviews
- Durchsicht der klinischen Dokumentation
- Daten zur Nutzung der PROM-Software
Minimum: individuelle Gespräche oder Gruppengespräche mit relevanten Gesundheitsfachpersonen über Nutzbarkeit, Nutzen und Probleme führen und dokumentieren.
- Standardisierte Verfahren (Formulare, Protokolle) verwenden, um Konsistenz zu gewährleisten.
- Störungen der Routineversorgung minimieren und die Belastung der Patient:innen begrenzen.
Je nach Datenmaterial:
- Je nach Eignung quantitative Methoden (deskriptive Statistik, weiterführende Analysen) und/oder qualitative Methoden (narrative Zusammenfassungen, thematische Analyse) anwenden.
- Wo hilfreich, geeignete Software nutzen; bei ePROs die PROM-Daten nach Möglichkeit direkt aus dem System exportieren.
Weitere Informationen zu den Grundlagen quantitativer und qualitativer Forschung
Sofern auf Basis der Ergebnisse angezeigt, können Anpassungen zur Optimierung der PRO-Erfassung vorgenommen werden, z. B. hinsichtlich
- Prozess (z. B. Erhebungsinstrumente und -zeitpunkte)
- Zielgruppen (z. B. Patient:innen, Gesundheitsfachpersonen)
- Ressourcen (z. B. weitere Anschaffungen, Personal)
- Ausstattung (z. B. Softwareanpassung zur Verbesserung der Nutzbarkeit)
- Materialien (z. B. Anleitungen, Algorithmen zur Nutzung von PRO-Daten)
Praktische Hinweise
- Frühzeitig abstimmen: Legen Sie den Evaluationsprozess während der Planung fest.
- Angemessenes Timing: Die Evaluation kann in jeder Phase der Implementierung beginnen, je nach Zielen und Evaluationsmethoden. Z. B. sollte der klinische Nutzen erst evaluiert werden, wenn das routinemäßige Ausfüllen der PROs und die klinische Implementierung eine ausreichende Abdeckung erreicht haben, um relevante Unterschiede feststellen zu können
- Pilotierung der Evaluationsmethoden: Testen Sie die Evaluationsmethoden in kleinem Rahmen, um deren Machbarkeit zu überprüfen, z. B. Methoden zur Erfassung der Ausfüllraten
- Ergebnisse teilen: Diskutieren Sie die Ergebnisse mit den Interessengruppen (Gesundheitsfachpersonen, Entscheidungstragende, Patient:innen), um die Akzeptanz zu steigern und zu weiterer Optimierung zu motivieren.
Antunes, Harding, Higginson, & EUROIMPACT, 2014; E. Basch et al., 2012; Ethan Basch, Rogak, & Dueck, 2016; Nordhausen et al., 2022; Skivington et al., 2021; Snyder et al., 2012; Wintner et al., 2016; ISOQOL, 2015