PRO-basierte klinische Kommunikation
Über sensible Themen sprechen
Patient:innen zögern oft, sensible/intime Themen anzusprechen. Schenken Sie diesen Bereichen besondere Aufmerksamkeit!
PROMs können als Gesprächsanlass für Themen wie Sexualität, Depressionen und Angstzustände dienen, die sonst vielleicht unangesprochen blieben. Das Einbeziehen sensibler Themen in PROMs zeigt Patient:innen, dass diese Themen wichtig sind, und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sie diese von sich aus ansprechen. Andererseits kann das Gesundheitsfachpersonal die PRO-Daten zu sensiblen Themen für eine weitere Exploration und Beratung nutzen.
Wie kann über sensible Themen gesprochen werden?
„[…] gezielt danach zu fragen, wo Probleme bestehen, auch in sensiblen Bereichen, nach denen man sonst nicht fragen würde. ... Zum Beispiel bei der Prostatabestrahlung die sexuelle Funktion, […] Bei Hirnpatient:innen finde ich es schön, genauer zu sehen, womit sie genau Probleme haben, in welchem Bereich. Ohne genau nach kognitiven Einschränkungen zu fragen, aber ungefähr zu wissen, in welchem Bereich die Patient:innen Probleme haben. Das finde ich ziemlich praktisch.“
Eine Studie (Fogarty et al. 1999) zeigte, dass 40 Sekunden empathischer Kommunikation Ängste von Patient:innen im Vergleich zu standardmäßiger (weniger empathischer) Kommunikation signifikant reduzieren können. Empathische Kommunikation beinhaltet Interesse an und Offenheit gegenüber den Empfindungen und Erfahrungen der Patient:innen, das Anbieten realistischer Ermutigung, die Zusicherung einer kontinuierlichen Betreuung und die Validierung des emotionalen Zustands des:der Patient:in.
Van der Willik et. al. 2022; Epstein et al. 2007; Robinson, Lounsberry & Walker 2017; Fogarty et al. 1999; Zwingmann et al. 2017; Interview, Sztankay et al. 2021