PRO-basierte klinische Kommunikation
Interkulturelle Kommunikation (1)
Interkulturelle Sensibilität bezeichnet die emotionale Offenheit gegenüber unterschiedlichen Perspektiven sowie die Fähigkeit, kulturelle Unterschiede zu erkennen und wertzuschätzen. Interkulturelle Kompetenz baut auf dieser Grundlage auf und setzt eine systematische Selbstreflexion sowie eine professionelle Haltung voraus, die unterschiedliche Perspektiven wertschätzt. Gemeinsam fördern diese Kompetenzen Empathie, Neugierde und Respekt und befähigen Fachpersonen dazu, angemessen zu kommunizieren und konstruktiv auf kulturelle Unterschiede zu reagieren, um eine gleichermaßen hochwertige Versorgung für alle zu gewährleisten.
Herausforderungen in der interkulturellen Kommunikation umfassen:
-
Sprachbarrieren
-
Unterschiedliche Rollenerwartungen: In manchen Kulturen ist die Beziehung zwischen ärztlichem Team und Patient:innen stärker paternalistisch, und die Rolle der Familie kann sich unterscheiden. Partizipative Entscheidungsfindung (shared decision-making) kann mit diesen Erwartungen in Konflikt stehen.
-
Unterschiedliche subjektive Gesundheitsüberzeugungen: Vorstellungen von Krankheit und wie man darüber spricht, unterscheiden sich. In manchen Kulturen wird beispielsweise selten über Emotionen gesprochen, und eine Depression äußert sich möglicherweise vor allem durch körperliche Symptome. Auch der spirituelle und religiöse Hintergrund kann die Gesundheitsüberzeugungen beeinflussen.