PRO-basierte klinische Kommunikation
PRO-basierte Kommunikation mit anderen Gesundheitsfachpersonen
Um die Vorteile von PROMs möglichst effektiv nutzen zu können, ist eine erfolgreiche Kommunikation im Behandlungsteam und zwischen verschiedenen Berufsgruppen von entscheidender Bedeutung. PRO-Daten erleichtern eine effektive Kommunikation im Team und den Informationsaustausch bei Übergaben, Konsilen, Überweisungen und Fallbesprechungen. Die Patient:innenversorgung kann innerhalb des Teams entsprechend den berichteten Bedarfen sowie den Kompetenzen und Ressourcen der Teammitglieder aufgeteilt werden.
Die folgenden Zitate aus Interviews mit dem Gesundheitspersonal heben einige zu berücksichtigende Aspekte hervor.
Die Kommunikation zwischen Pflegenden, Ärzt:innen und anderen Berufsgruppen über PRO-Daten sollte in den Arbeitsablauf integriert werden.
Pflegefachperson
„Wenn [Patient:innen] nur eine orale Chemotherapie bekommen, dann sehen wir [Pflegende] sie nicht. Das ist dann rein eine Arzt-Patient-Geschichte und wir sind von pflegerischer Seite gar nicht eingebunden. Dann ist es für uns schwieriger, darauf zu reagieren – wenn der:die Patient:in irgendwelche Probleme hat. […] In diesem Sinne […] wäre es umso wichtiger, dass Aufklärungsgespräche mit Pflegenden stattfinden, gerade im Hinblick auf das Nebenwirkungsmanagement.“
Ärzt:in
„[Wir kommunizieren über PROMs, indem wir] sie uns gemeinsam mit den Pflegenden ansehen und schauen, ob die berichteten Beschwerden mit dem übereinstimmen, was der Eindruck der Pflege ist oder was auch unser Eindruck ist.“
Pflegefachperson
„Derzeit ist es wirklich wichtig, dass Pflegende einen guten Kontakt zu ihren ärztlichen Kolleg:innen haben. Es gibt Patient:innen, bei denen bestimmte Maßnahmen erforderlich sind. Das muss im Gespräch erklärt werden, aber durch diese Erhebungsinstrumente (PRO-Measures), wenn sie auch festgehalten oder in den Patient:innenakten sichtbar sind, ist das auch für den Arzt wichtig, damit er daraus weitere Schritte ableiten kann.“ → Tauschen Sie Informationen über PRO-Daten mit allen in die Behandlung eingebundenen Gesundheitsfachpersonen aus
Pflegekraft
„Es würde es auch erleichtern, wenn wir das sozusagen gemeinsam als Team entscheiden – es ist eine Teamentscheidung. Es ist auch eine Entscheidung der Ärzt:innen, die [die PROM-Daten] ebenfalls nutzen. Wir brauchen die Rückmeldung, dass unsere Daten verwendet werden. Ich habe ein einfaches Beispiel: Wir wiegen unsere Patient:innen jedes Mal, wenn sie kommen, und niemand schaut sich das Gewicht an. Dann denke ich mir: Wow, ich habe es aufgeschrieben, [der:die Patient:in] wiegt zehn Kilo weniger als beim letzten Mal, warum liest du das nicht?! […] wenn man so eine Erhebung macht und niemand sie sich ansieht, ist es einfach totes Material, sodass wir [] sagen können, dass wir es gemacht haben, dann macht es nicht viel Sinn.“ → Nutzen Sie PRO-Daten in interdisziplinären Konferenzen, um Behandlungsentscheidungen zu treffenAlle Zitate: Interviews, Sztankay et al. 2022